© Boy Herre
Working
Cowhorse - wie sag' ich's meinem Rinde!
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Diese Disziplin besteht aus zwei Prüfungsteilen. Da ist die Fence Work (fence = Zaun), das ist die Arbeit am Rind, und dann die Dry Work (dry = trocken), die Trockenarbeit ohne Rind, in diesem Fall eine Reining-Aufgabe. Die Fence Work ist noch mehr als das Cutten die sportliche Variante der Cowboy-Arbeit während eines Round-ups, wenn die Rinder nach Alter, Gesundheit oder Geschlecht voneinander getrennt werden müssen. Zu diesem Zweck muß das Rind von einem Punkt zu einem anderen getrieben werden. Die Turnier-Prüfung selbst geht so vor sich: Ein einzelnes Rind wird in die Bahn gelassen. Der Reiter kontrolliert es so lange an der kurzen Seite der Bahn (beim sogenannten „Boxing“), bis deutlich geworden ist, daß das Pferd Cow-sense besitzt und das Rind konzentriert beobachtet. Dies entspricht am ehesten einer typischen Cutting-Situation. Danach läßt der Reiter das Rind an der langen Seite vorbei und muß es nun mindestens zweimal um 180° gegen die Bande wenden. Anschließend wird das Rind zur Bahnmitte getrieben und dort einmal nach rechts und links gezirkelt Für diese Arbeit hat der Reiter maximal zwei Minuten Zeit zur Verfügung, gerechnet ab dem Öffnen der Schleuse und Hineintreiben des Rindes in die Bahn. Am wichtigsten bei dieser Disziplin: nie die Kontrolle über das
Rind zu verlieren. In dieser Western-Disziplin geht's genau darum:
Das Pferd muß zeigen, daß es das Rind zu jedem Zeitpunkt unter Kontrolle
hat. Das Rind muß am Fence entlang getrieben, gestoppt und gewendet
werden, wird wieder zurück getrieben, gestoppt und gewendet. Mindestens
einmal in jede Richtung muß es so hin und her am Zaun entlang „gearbeitet“
werden. Danach muß der Reiter das Rind vom Zaun weg auf eine Zirkel-Acht
führen, und die Könner entlassen das Rind schon mal mit einem Klaps
auf den Po aus der Prüfung. Es kommt besonders darauf an, daß das Pferd bei dieser Arbeit Cow-sense zeigt, also die Fähigkeit, das Rind „zu lesen“, sich auf die richtige Weise dem Rind zu nähern, ohne dabei selbst aggressiv zu werden, aber daß es eben auch mutig genug ist, das Rind aus eigenem Antrieb „führen" zu wollen. Es muß mit seiner ganzen Aufmerksamkeit ohne Unterbrechung oder Ablenkung auf das Rind konzentriert bleiben. Und es muß dazu in der Lage sein, diese Arbeit zu tun, ohne daß der Reiter erkennbaren Einsatz von Zügel oder Sporen riskiert. Mit Training und Taktik zum Erfolg Working Cowhorse ist keine Disziplin für zaghafte Reiter-Persönlichkeiten. Es ist eine eher aggressive Prüfung, in der der Reiter nicht darauf wartet, daß etwas passiert, sondern in der er die Initiative ergreifen muß. Vielen Reitern ist nicht klar, wie gefährlich diese Prüfung sein kann. Profis verweisen oft darauf, daß der gefährlichste Ort in dieser Disziplin direkt hinter dem Rind ist. Wichtig ist zunächst, die richtige Position am Rind zu finden. Zum Trainieren ist es am besten, erstmal mit einer langsamen Kuh zu beginnen. Dabei kann man besser an der eigenen Position am Rind arbeiten und ausfinden, wo sie am besten sein sollte. Besonders wichtig ist dabei der stabile tiefe Sitz, in dem man stets tief und balanciert im Sattel sitzen bleibt, so dass auch das Pferd in der Balance bleibt und nicht auf die Vorhand fallen kann. Als nächstes muß dem Pferd beigebracht werden, daß es ruhig neben dem Rind herläuft, ohne es zu überholen. Schießt das Pferd übers Ziel hinaus, verliert es das Rind nur allzuleicht. Der Reiter darf aber nicht darauf warten, daß ihm das Rind sagt, was es zu tun beabsichtigt. Beim Boxing müssen Pferd und Reiter bereits die Kontrolle über das Rind erlangen, damit es Respekt bekommt und sich vom Pferd arbeiten läßt. Doch Vorsicht ist bereits hier angebracht: Wird das Rind hier zu lange gearbeitet, kann es vorzeitig ermüden, und es läßt sich auf den Zirkeln nicht mehr vernünftig arbeiten, so daß das Pferd in seinen Fähigkeiten nicht mehr angemessen vorgestellt werden kann. An dieser Stelle kann aber auch ein Regulativ einsetzen: Ist die Kuh zu schnell, kann sie an dieser Stelle etwas ermüdet werden. Ist sie langsam, verwendet man hier weniger Zeit, um sie bei Tempo zu halten. Es braucht einige Erfahrung, bis man gelernt hat, wie lange man mit der Kuh am Boxing arbeiten muß. Der richtige Moment, um „down the fence“ zu gehen, ist erreicht, wenn das Rind zeigt, daß es nur noch aufs Pferd reagiert und voll konzentriert ist. Zu diesem Zeitpunkt haben Pferd und Reiter gezeigt, daß sie eine angemessene Kontrolle über das Rind erreicht haben. Dabei darf die Kuh nicht stehen bleiben - dies könnte darauf hindeuten, daß sie schon zu lange gearbeitet wurde. Jetzt kommt es darauf an, daß der Reiter sein Pferd kennt: Wenn es schnell ist und rennen kann, reichen vielleicht wenige Wendungen im Boxing, und man kann das Rind „down the fence“ schicken, um den Richter durch einen schnellen, dramatischen Ritt zu beeindrucken. Das Rind bleibt frisch, und die Stärken des Pferdes können demonstriert werden. Falls aber das Pferd nicht so schnell ist, ist es besser, das Rind im Boxing etwas mehr zu ermüden, um dem Pferd die Chance zu geben, trotzdem gut auszusehen. Das richtige Boxing führt jedenfalls dazu, daß sich das Rind am Fence leichter wenden läßt. Es muß die Dominanz des Pferdes akzeptieren. Zu Beginn der Prüfung wartet man am besten ruhig darauf, daß das Rind in die Bahn gelassen wird. Dabei soll das Pferd vollkommen ruhig, aber aufmerksam sein und die Signale des Reiters erwarten. Das Pferd soll über den ganzen Ritt weich und durchlässig an den Hilfen des Reiters bleiben. Der Reiter sollte vor Beginn seines Rittes eine Vorstellung davon haben, was er wann und wo machen will. Denn während des Rittes muß er voll konzentriert auf die Kuh bleiben, um angemessen schnell reagieren zu können. Außerdem muß er innerlich auf alle eventuellen Reaktionen des Rindes vorbereitet sein. Er muß also während seines Rittes bereits vorher wissen, wo er das Rind aus dem Boxing entlassen will, wo er „down die fence“ gehen will, wo die erste Wendung erfolgen soll. Er muß auch darauf vorbereitet sein, ein Rind, das zur Bahnmitte läuft, wieder zurück zum Fence zu zirkeln. Dabei wird das Rind jeweils von außen auf den Zirkel begrenzt und zum Schluß von innen nach außen gegen den Fence weitergearbeitet. Die Kontrolle über das Rind darf zu keinem Zeitpunkt verlorengehen. Wenn dies nicht alles vorher im Kopf konzipiert wurde, hat man später „down the fence" keine Zeit mehr, sich eine Reaktion zu überlegen. Die eigentliche Aufgabe des Reiters beginnt, sobald das Rind in der Bahn ist. Er muß das Rind „lesen“, das heißt auf Anhieb erkennen und einschätzen, was das Rind als nächstes tun wird, um angemessen schnell reagieren zu können. Dazu bedarf es einiger Erfahrung im Umgang mit Rindern. Dies ist die absolute Voraussetzung, um die Kontrolle über das Rind demonstrieren zu können. Wichtig ist zu Beginn die richtige Entfernung von der Kuh, abhängig von der Größe der Arena. Nicht zu nah, daß sie einem sofort entkommen kann, aber auch nicht zu weit entfernt, um rasch bei ihr sein zu können. Am besten arbeitet man sich von der Mitte der Bahn aus zur Kuh vor. Ist die Kuh eher wild, vermeidet man Probleme, indem man etwas weiter von ihr weg bleibt. Ein taktischer Fehler ist es, beim Boxing die Kuh falsch zu konditionieren, indem man hastig auf das Ende zur Wendung hin zureitet. Das Pferd schießt dabei jedesmal ein wenig übers Ziel hinaus, bis das Rind schließlich entkommt. Wenn man die Kuh endlich freiläßt und sich vorgenommen hat, sie beispielsweise an der linken Seite entlang zu arbeiten, sollte man sie in der rechten Ecke freilassen, um noch die ganze Kurve Zeit und Platz zu haben, das Pferd neben die Kuh zu bringen. Dann kommen Kuh und Pferd im selben Tempo um die Kurve, und das Pferd kann wesentlich leichter und harmonischer in der richtigen Position zur Kuh mit ihr am Fence entlanglaufen. So kann dem Richter gezeigt werden, wie sich das Pferd auf die Kuh einstellt und in der korrekten Position bleibt, bis der Befehl zur Wendung gegeben wird. Es ist so mehr Platz vorhanden zum Abblocken, und man erhält eine saubere Wendung, wenn man nicht so schnell in die Wendung hineingehen muß. Im anderen Fall müßte man wesentlich schneller galoppieren, um das Rind einzuholen und in die richtige Position zur Wendung zu gelangen. Dann hat man ein wesentlich höheres Tempo bei der Wendung, was die Sache nicht eben leichter macht. Welche Seite man zuerst wählt, hängt vom Pferd ab. Wendet es besser nach rechts, sollte man auch mit rechts beginnen. Das kann aber auch vom Zustand der Arena abhängen, von der manchmal unterschiedlichen Art der Zäune, wo die Zuschauer sind, von möglichen erkennbaren kleinen Mängeln. Wenn man nicht als erster startet, kann man den anderen zuschauen, um herauszufinden, wo es Schwierigkeiten geben könnte. Im ersten „run“ sollte man bis mindestens drei Viertel der langen Seite laufen, um zeigen zu können, wie gut sich das Pferd auf die Kuh einstellt und im korrekten Abstand verbleibt. Es sollte nicht überholen wollen und auch nicht zurückbleiben. Wichtig ist dabei auch zu zeigen, daß das Pferd nicht die Schulter Richtung Kuh fallen läßt. Und die längere Strecke nimmt der Kuh auch ein wenig Luft. Außerdem vermeidet man ein häufig auftretendes Problem: Nach dem ersten „run“ wendet die Kuh zwar, kommt aber hinter dem Pferd heraus. Hat man nicht genügend Länge hinter sich gebracht, ist die verbleibende Strecke zu kurz, um das Rind noch wirkungsvoll für die nächste Wendung zu dirigieren. Entkommt die Kuh nach innen, kann man sie immer noch auf den Zaun zurück zirkeln und hat noch genügend Platz für die nächste Wendung. Natürlich muß hierbei das Rind richtig herum so gezirkelt werden, daß man die Länge der Bahn wieder zur Verfügung hat. So behält man die Kontrolle über den Ritt. Keine zwei Wendungen sind gleich gut. Der Reiter sollte es nicht zu erzwingen versuchen, in beide Richtungen gleich gut zu wenden. Dabei würde er nur die Kräfte der Kuh verschleißen, die jedoch noch für die Zirkel gebraucht werden. Der Score wird nicht höher, je länger die Kuh gearbeitet wird. Bei den Wendungen darf das Pferd nicht zu nah an den Zaun geführt werden. Wenn es selbst nicht mehr über außen wenden kann, also „hängenbleibt“, kostet das Minuspunkte. Besser ist es, mit größerem Abstand am Rind vorbeizugehen und Kopf und Hals des Pferdes herumzubringen, bevor es dem Fence zu nahe kommt. Die Art der Wendung selbst ist ein Stop mit Abblocken und Wenden. Vorsicht dabei: Es darf dem Rind dabei nicht gelingen, unter dem Hals des Pferdes weiterzulaufen, dann würde die nächste Wendung um so schwieriger. Das Abblocken am Zaun ist wichtig. Hier kommt wieder die nötige Erfahrung im Umgang mit Rindern ins Spiel. Mit wachsender Erfahrung wird sich die Qualität der Ritte auf Turnieren auch bessern. Ist im Turnier ein Fehler passiert, sollte der Reiter seinen Ritt nicht künstlich verlangsamen. Dies würde dem Richter nur signalisieren, daß etwas nicht stimmte. Die Devise muß heißen: Weitermachen und den Ritt retten, bei der gewählten Form bleiben, aggressiv und positiv bleiben. Wichtigste Vorbereitung auf diese Prüfung und zur Vermeidung solcher Fehler ist immer wieder das Basis-Training. Dem Pferd darf nie erlaubt werden, die Schulter fallenzulassen, wenn es zum Zaun kommt, um abzublocken. Im Training wird also besser beidhändig geritten, um zu verhindern, daß das Pferd zu schnell zum Rind geht. Das Pferd muß gerade bleiben, die Schulter aufgerichtet. Es muß unbedingt die Hilfe des Reiters abwarten, bevor es zum Rind läuft, wenn's soweit ist. Dieses Basis-Training muß beim Pferd ständig wiederholt werden. Manchmal muß der Reiter dem Pferd im Training zeigen, daß es von der Kuh wegbleiben soll, daß es auf das Wenden warten soll. Es muß mit dem inneren Zügel und dem inneren Schenkel von der Kuh weggebracht werden. Ebenso wichtig während der Prüfung ist es aber auch, das Pferd richtig einzuschätzen, z. B. Anzeichen von Ermüdung festzustellen. Wird die Zeit in der Prüfung knapp, das Pferd zu heiß oder zu müde, achtet es möglicherweise nicht mehr auf die Hilfen des Reiters. Hat das Pferd bereits seine Erfahrungen gemacht, nimmt es vielleicht seinen Weg vorweg, „antizipiert“, will den Ritt selbst kontrollieren, geht gegen den Schenkel oder die Hand. Man korrigiert dies am besten durch sehr ruhige Arbeit an einem langsamen Rind. Hier muß das Motto heißen: Weniger Druck, wieder mehr an den Feinheiten arbeiten. Denn wenn es am Zaun mit der Schulter hereinkommt oder antizipiert, dann werden diese Probleme z. B. in der Reining ebenso vorhanden sein. Das bedeutet: „Back to Basics“, zurück zur Basisarbeit, gymnastizieren, Kontrolle der Schulter wiedererlangen, denn sonst hapert's in der Reining genauso. Manche Pferde mit zu vielen „run downs“ gewöhnen sich an, am Rind vorbeizulaufen. Hier greift man zu einem sanften Trainingsgebiß und läßt das Pferd neben dem Rind aufholen, bis gleiche Höhe erreicht ist, und dann stoppt man. Das gleiche noch mal, und wieder Stop - bis das Pferd sich ans „rating" gewöhnt (gleiche Höhe am Rind behalten), und nur an „rating“ denkt. In jedem Fall wichtig: Das Pferd muß immer auf den Reiter warten, darf nichts Überflüssiges von sich aus tun, soll nicht aggressiv oder heiß werden oder gar explodieren und durchgehen. Nach jedem Ritt sollte eine Manöverkritik im Kopf des Reiters stattfinden, alle Einzelheiten sollten vor dem geistigen Auge noch einmal Revue passieren. So bietet sich die Chance, aus jedem Ritt zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die Wertung wie bei der Reining Genau wie bei der Reining wird auf Basis von 70 Punkten gewertet. Das heißt, der Reiter hat 70 Punkte, wenn er in die Arena reitet, und davon werden bei Fehlern Punkte abgezogen oder bei besonders gelungenen Manövern addiert. Besonders hoch bewertet wird das sogenannte gute Verhalten, wenn das Pferd also hellwach und aufmerksam, aber nicht nervös, unruhig oder gar zappelig erscheint. Ein kontrolliertes Pferd ist niemals „heiß“. Dann kann es zeigen, daß es sehr wendig ist, seine Bewegungen dabei weich sind und es sich in jedem Moment gut auf seinen Füßen ausbalanciert. Beim Stop soll es die Hinterbeine deutlich unter den Schwerpunkt schieben. Das Pferd soll im Maul sehr weich und sensibel auf die leichtesten Zügelhilfen reagieren - besonders bei Wendungen oder Drehungen. Der Kopf soll sich in der natürlichen Selbsthaltung befinden. Die Geschwindigkeit muß vernünftig gewählt und stets der des Rindes angepaßt sein. Das Pferd muß sich dabei stets unter der Kontrolle des Reiters befinden. Hier geht es keinesfalls um eine Tierhatz, sondern um eine harmonisch gerittene Aufgabe mit einem weiteren Partner: dem Rind. Die Arbeit am Rind kann direkt im Anschluß an den Reining-Teil verlangt werden - oder aber erst, je nach Entscheidung des Richters, wenn alle Teilnehmer die Reining absolviert haben. In der Dry Work ist die Wahl zwischen drei verschiedenen Reining-Pattern treffen. Diese Pattern ähneln denen der Reining-Disziplin, sind aber mit keinem von ihnen identisch. Es sind jedenfalls die gleichen Manöver enthalten: Zirkel, fliegende Galoppwechsel, Spins und Sliding Stops. Auch hier wird in Wertung bei 70 Punkten begonnen, von denen bei Fehlern Punkte abgezogen oder bei überdurchschnittlichen Leistungen auch Punkte addiert werden. Die Regeln Dazu gibt das Regelbuch sehr genaue Anweisungen, auch zur Bewertung: 3 Punkte Abzug gibt es, wenn das Pferd das Rind beißt, tritt oder gar überrennt. Wird das Rind verfehlt, wird je Pferdelänge 1 Punkt in Abzug gebracht. Wenn der Reiter sich mit dem Rind an der Bande „festreitet“, kostet das 3 Punkte Abzug. Wird das Rind vor den Zirkeln zu sehr erschöpft, werden ebenfalls 3 Punkte abgezogen. Gelingt es nicht, das Rind zu Beginn an der kurzen Seite der Bahn zu „setteln“, werden wieder 3 Punkte abgezogen. Wird die Kontrolle über das Rind beim Zirkeln als ungenügend angesehen, werden 2 Punkte abgezogen. Und, ganz wichtig: Jedes Pferd, das in der Prüfung nicht mehr unter der Kontrolle des Reiters ist, dabei Rind, Reiter oder sich selbst gefährdet, vielleicht sogar den Weg des Rindes kreuzt, muß vom Richter aus der Prüfung genommen werden und erhält 0 Punkte. Jedes Pferd, das ein Rind überrennt und dadurch einen Sturz von Reiter und Pferd verursacht, muß die Prüfung beenden, und der Teilnehmer „scort“ mit 0 Punkten. Das Regelwerk betont an dieser Stelle: Beim unkontrollierten Treiben des Rindes durch den Reiter muß der Richter sofort abbrechen. Und es gibt Fehler, die entsprechend mit Strafpunkten geahndet werden. Dazu gehören: allzu starkes Maulaufsperren, fehlende Reaktion auf Zügelhilfen, nervöses Kopfschlagen, sich auf das Gebiß legen, anhalten oder zögern während der Prüfung, besonders wenn volles Tempo verlangt wird: das kann ein Hinweis darauf sein, daß das Pferd übertrainiert wurde. Ein ebensolcher Fehler ist das Verfehlen des Rindes oder die Unfähigkeit für die Arbeitsvorgänge am Rind, wenn dieses nicht mitspielt und sich nicht arbeiten läßt. Hier steht es im Ermessen des Richters, zu urteilen oder dem Reiter ein neues Rind zuzuteilen. Die übrigen Teilnehmer können laut Reglement daraus allerdings kein Recht für sich ableiten! Ebenfalls als Fehler gilt die Berührung des Pferdes mit der Hand. Als Ausnahme gilt die Fence Work, denn dabei darf sich der Teilnehmer am Sattelhorn festhalten. Aus diesen Regeln und Vorschriften läßt sich sehr klar erkennen, daß bei dieser vermeintlich lockeren Cowboy-Reiterei auf allergrößte Feinheiten geachtet wird. Und es gilt auch hier der Gemeinplatz: Was so leicht und perfekt aussieht, wurde nur mit harter Arbeit und ausdauerndem, konsequentem Training erreicht. |